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Bailes: La Jota

  • tobias191107
  • 20. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 22. Jan.


 

Hola y bienvenidos zu meinem Spanien Reiseblog „ Bailes, fiestas und Schule“.

Im zweiten Teil der Tanzblogreihe „ Bailes“ spezialisieren wir uns heute voll und ganz auf die Jota.

Disfrutad el blog!

 

Geschichte


Nach der Einführung zum Thema Tänze vergangene Woche,  möchte ich mich nun auf einen speziellen Tanz konzentrieren die Jota. Wie schon im letzten Eintrag erwähnt, gibt es die Jota sowohl in musikalischer als auch tänzerisch Version, wobei zweitere meinem Empfinden nach etwas bekannter ist. Die genaue Entstehungszeit des Tanzes und auch der Grund ist nicht genauestens bekannt. Sicher ist man sich nur dass die Jota in Aragon erfunden und ähnlich wie der Flamenco auch durch maurische Einflüsse geprägt wurde. Die Zeit die bei meiner Recherche am häufigsten genannt wurde, ist das 18 Jahrhundert, allerdings geht man davon aus, dass der Tanz schon davor von Bauern benutzt wurde, um die gute Ernte zu feiern und für eine gute Ernte in den Folgejahren zu bitten. Im 19 Jahrhundert breitete sich der Tanz nach und nach aus und wurde in ganz Spanien, vor allem aber in Nordspanien bekannt.

 

Rhythmus und Schrittfolge


Inzwischen gibt es bereits viele verschiedene Formen der Jota, manche seien leichter, manche seien schwieriger, erklärte mir meine Gastmutter. Am weitverbreitetsten sei aber nach wie vor die aragonesische Jota. Auch auf sehr vielen Tanzschule würde die Jota unterrichtet werden, schilderte mir meine Gastmutter   Die Tanzplattform „Dancing Studios beschreibt den Tanz, als sehr rhythmisch und energiereich, was sich auch mit meinen Eindrücken deckt. Zudem habe er einen schnellen Rhythmus und eine Schrittführung, die ähnlich zu jener des Walzers ist. Auch hier hatte ich das Glück, dass meine Gastmutter Teil einer Tanzgruppe war, die vor allem Jota Tänze aufführte. Aus diesem Grund war ich auch bei einigen ihrer Aufführungen und konnte mir ein gutes Bild davon machen. Die Jota kann sowohl zu zweit als auch allein getanzt werden, nicht selten ist es so dass sogar beides im selben Stück passiert. Dabei ist der genaue Ablauf der Schritte sehr wichtig, weshalb beispielsweise meine Gastmutter nach ihren Auftritten immer auf Videos ihre Fehler überprüft hat. Der Tanz wird fast immer von Musik begleitet, die laut Dancing Studios ein dreiviertel Takt ist.


 

Instrumente


Die Instrumente, die dabei verwendet werden, sind sehr unterschiedlich und variieren von Region zu Region. Am häufigsten sind allerdings die Dulzaina, ein Blasinstrument, das ich schon im letzten Blog genauer vorgestellt habe, die klassische Gitarre und die Bandurria. Letztere ist eine kleine spanische Gitarre.


Kleidung

Neben den Instrumenten spielt auch die Kleidung eine wichtige Rolle bei diesem Tanz. Auch hier gibt es von Region zu Region Unterschiede was getragen wird. Zumeist tragen die Frauen aber farbenfrohe Kleider die mit Rüschen, Spitzen oder Blumen verziert werden. Diese Kleider sind handgemacht und sehr aufwendig. Meine Gastmutter arbeitete während meines Aufenthalts ein bis zwei Monate an ihrem Kleid, bis es fertig war. Da man unter dem ohnehin schon etwas dickerem Kleid noch eine Schicht trägt, wird einem beim Tanzen dieser Jota ganz schön warm wie mir meine Gastmutter bestätigt. In meiner Region war es auch noch üblich, dass die Frauen einen Haarschmuck tragen, das ist aber nicht überall so. Manchmal tragen Frauen auch noch einen Schal, bei der Tanzgruppe meiner Gastmutter war das aber nicht der Fall. Die Männer tragen meist klassische spanische Kleidung bestehend aus Hemd, Stoffhose und einer Jacke. Je nach Region werden hier auch Hütte oder Baskenmützen, letztere hauptsächlich im Baskenland getragen. Beides war bei mir nicht der Fall. Hier trugen die Männer Tücher auf dem Kopf, was das ganze Outfit etwas piratenähnlich wirken ließ.


Requisiten

Während des Tanzes werde auch sehr häufig Utensilien benutzt. Meiner Meinung nach sind hier vor allem Kastagnetten zu nennen, die ich schon im letzten Eintrag genauer beschrieben habe. Diese werden von den Tänzer*innen während des Tanzes in der Hand gehalten und passend zur Band, die Musikgruppe bei der Tanzgruppe meiner Gastmutter bestand aus drei bis vier Leute, gespielt. Manchmal geht es sogar so weit, dass die Tänzer*innen mit ihren Kastagnetten den Rhythmus vorgeben und die Musik sich danach richtet. Neben den Kastagnetten werden manchmal auch andere Dinge verwendet beispielsweise Stöcke, um einen Rhythmus zu erzeugen. Eine spannende Sache hat hierbei auch die Tanzgruppe meiner Gastmutter versucht. Diese stellte einen Stock in der Mitte auf, jedes Mitglied schnappte sich danach eine Schnur, die man dann um den Stock band. Danach tanzten alle um den Stock im Kreis und ließen so den Stock zirkulieren. Das Ganze war äußerst unterhaltsam anzusehen und nicht ganz einfach da es ein gutes Zusammenspiel zwischen den Tänzer*innen benötigt, um den Stock nicht umfallen zu lassen.



Vorführzwecke

Die Jota wird hauptsächlich bei Festen, an Feiertagen und ab und zu auch bei Hochzeiten getanzt. Von den drei Auftritten fanden zwei bei kulturellen Tanzveranstaltungen und Festen in Aranda de Duero statt. Die dritte war ein Programmpunkt an einem Feiertag zu Ehren des Landwirtschaftsschutzpatrons und fällt damit ebenso in diese Kategorien. Alles in allem ist die Jota wohl der bekannteste Tanz in der Region, wo ich meinen Aufenthalt verbringen durfte.

 

Ich hoffe alle eure Fragen zur Jota beantwortet zu haben, wenn nicht könnt ihr mir gerne schreiben. Bei anderen Fragen und Anregungen könnt ihr selbstverständlich einen Kommentar hinterlassen.

 

Hasta la proxima!

 

When Was The Jota Dance Created? Jota Dance History - City Dance Studios, Cora Harris, 28.4 2023, letzter Zugriff Juli 2025



 
 
 

1 Kommentar


Lukas Habichler
Lukas Habichler
22. Jan.

Diesen Blog zu lesen war wahrhaftig ein Augenschmaus. Durchzogen von interessanten Fakten führt er einen sachte in die Welt der spanischen Tanzkultur ein. Mir gefiel besonders der Vergleich zwischen Jota und dem Walzer welcher uns allen bekannt ist. Somit kann man sich meiner Meinung nach eine bessere Vorstellung davon machen, was der Jota vorallem ist. Im gesamten gefiel mir dieser Blog überdurchschnittlich gut und ich warte bereits gespannt auf Ihren nächsten Beitrag bezüglich spanischer Kultur.

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