Conflictos y problemas
- tobias191107
- 15. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Jan.
Hola v bienvenidos zu meinem Spanien Reiseblog „Bailes, fiestas und Schule“.
Im dritten Blog geht es heute, als Gegenstück zum zweiten Blog um regionale und allgemeine Konflikte in Spanien. Auch hier beruht ein Teil des Inhalts auf meiner eigenen Wahrnehmung und ist daher nicht als allgemeingültig zu sehen. Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und disfrutad el blog.
La situacion politica
In meinem zweiten Blog über Gastfreundschaft habe ich mehrfach die Offenheit und Freundlichkeit Gästen gegenüber hervorgehoben. Allerdings sind die Spanier*innen, Berichten zufolge, nicht allen gegenüber so freundlich. Ihnen zugutehalten kann man aber auf jeden Fall dass Spanien eines der wenigen EU-Länder ist in denen es , in den letzten Jahren keinen politischer Rechtsruck gegeben hat. Laut eines Beitrags des Online Magazins „Telepolis“ vom 17. Februar 2025, hat das damit zu tun, dass die lange Diktaturperiode unter Franco vielen im Land noch gut in Erinnerung ist. Zudem sei Spanien eines der Länder, die am meisten für die EU und damit gemeinsam internationale Lösungen stehen. Laut dem Artikel würde die Stimmung aber auch in Spanien langsam schwanken was an den vielen Einwanderer*innen aus Nordafrika liegt. Wie wir von uns in Österreich nur zu gut wissen, sind viele Flüchtlinge meist eine Situation, die den rechten Parteien in die Karten spielt.
La migracion
In einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Politikprofessor Fernando Vallespin vom 22. August 2018, betont dieser dass dies nicht die erste Flüchtlingswelle sei, die Spanien erlebt. Laut Vallespin seien zwischen 1998 und 2005 ungefähr fünf Millionen Flüchtlinge, der Großteil davon aus Lateinamerika nach Spanien gekommen. Diese hätten sich aber, auch aufgrund mancher kulturellen Ähnlichkeiten gut integriert und das, obwohl es keinen Plan zur Integration gegeben hätte. Stattdessen sei improvisiert worden. Er nennt diese positive Erfahrung daher auch als Mitgrund warum viele Spanier*innen nicht so einwandererfeindlich sind wie in anderen europäischen Ländern. Die derzeit größte Einwanderergruppe bilden laut dem Politikprofessor aus Madrid, Marokkaner*innen und Menschen aus Rumänien.
Marruecos y Francia
Mir persönlich sind vor allem viele Menschen aus Marokko aufgefallen. Meiner Wahrnehmung nach waren sie schon glücklich hier in Spanien zu leben, allerdings zeigten sie auch immer wieder ihre Liebe zu ihrem Heimatland beispielsweise durch ihre Sprache oder das Tragen eines marokkanischen Fußballshirts.
Auf der anderen Seite habe ich aber durch etliche Gespräche auch mitbekommen, wie spanische Familien zu diesen Menschen stehen. Die Wahrheit ist, dass die Einwanderer häufig als Sündenbock hergenommen werden und einen sehr schlechten Ruf haben. Vor dem Viertel in dem viele Einwanderer leben wird beispielsweise immer gewarnt. Manchmal ist an diesen Behauptungen auch etwas dran, nicht selten sind es aber bloß negative Vorurteile. Zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist mir das, als es in meinem Umfeld zu Diebstählen kam. Während eines Fußballtrainings wurden einem Mannschaftskollegen das Handy und mir meine AirPods aus der Kabine gestohlen. Als ich das danach meiner Gastfamilie und am nächsten Tag auch meinen Freunden erzählte, waren sich einige, ohne jeglichen Beweis, sicher dass an dem Diebstahl einer meiner marokkanischen Mannschaftskollegen schuld sein musste. Ob sie Recht hatten, wissen wir nicht, allerdings finde ich zeigt diese Situation, ganz gut das Denken von Spanier*innen über die Einwanderer*innen.
Ein weiteres Land welches, meinen Beobachtungen zufolge ebenfalls ziemlich unbeliebt ist, ist Frankreich. Allerdings gibt es dafür keinen triftigen historischen oder politischen Grund. Das Ganze fällt eher in die Kategorie Nachbarlands Rivalität und kann ein bisschen mit Österreich gegen Deutschland verglichen werden. Hauptsächlich ist diese Rivalität auch beim Sport insbesondere beim Fußball zu merken.
Conflictos regionales
Wenn man bei Spanien über Konflikte spricht, kommt man nicht an den Unabhängigkeitsbemühungen einiger Regionen vorbei. Namentlich Katalonien und Baskenland.
Catalunya
Ersterer begann, laut eines Artikels des Wissensmagazins „GEO“ im 18. Jahrhundert mit einem Krieg zwischen katalonischen Rebellen und dem Königreich Spanien, welchen die Katalanen verloren. Dennoch sieht sich die Region bis heute als eigenständig und anders als der Rest Spaniens. Das hat auch damit zu tun, dass die Region sehr wirtschaftsstark und daher enorm wichtig für den Rest von Spanien ist. Sollte sich Katalonien abspalten wäre das ein herber Verlust für die spanische Wirtschaft. Mittlerweile hat man eine Art Kompromiss geschlossen nach welchem die Region nun als autonom gilt. Trotzdem sind die Beziehungen nach wie vor nicht die Besten, was auch an der jahrelangen Unterdrückung durch die Franco Diktatur liegt. Laut einem Artikel der „Tagesschau „aus dem Jahr 2017 suchte die Region bereits einmal bei der EU an, um als unabhängig angesehen zu werden, wurde dabei aber von keinem Land unterstützt. Die Unabhängigkeitspläne seien dadurch nicht wahrscheinlicher geworden und erschwerend käme, laut „Tagesschau“ noch hinzu, dass die Region mit ihrer exportorientierten Wirtschaft und keiner EU- Mitgliedschaft einen sehr schweren Stand hätte.
Ich selbst war mit meiner spanischen Schule in der Nähe von Barcelona auf Projektwoche. Dabei ist mir keine radikale Unabhängigkeitsstimmung mit Plakaten oder Protestmärschen aufgefallen. Sehr wohl wird aber deutlich, dass dieser Teil von Spanien etwas eigen ist. Beispielsweise ist alles in der zweiten Amtssprache Katalan angeschrieben, die selbst für Spanier*innen schwierig zu verstehen ist. Von spanischer Seite habe ich die Stimmung immer ein bisschen feindselig bzw. unterkühlt wahrgenommen. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach darin, dass sie sich in ihrem Nationalstolz angegriffen fühlen, da die Katalanen und Katalaninnen nicht Teil ihres schönen Landes sein wollen.

El pais vasco
Auch der zweite Fall das Baskenland hat jahrelang für seine Unabhängigkeit gekämpft. Dabei muss man wissen, dass das Baskenland eine Region ist, die zu einem großen Teil in Spanien und zu einem kleinen Teil in Frankreich liegt. Ähnlich wie in Katalonien gibt es auch hier eine eigene Sprache. Allerdings hat Baskisch rein gar nichts mit Spanisch und auch mit sonst keiner Sprache weltweit zu tun. Daher ist sie wohl eine der schwierigsten, wenn es um das Erlernen geht. Eine weitere Parallele zu Katalonien ist die Unterdrückung während der Franco – Diktatur, die auch hier enorm war. Unter Franco wurde beispielsweis die baskische Sprache sowie die baskische Flagge verboten. Dadurch wollte der Diktator den baskischen Nationalstolz unterdrücken und die Region dem Rest Spaniens anpassen. Als Gegenpol dazu wurde im Jahr 1959 die ETA ( Euskadi ta askadasuna) auf Deutsch „Baskenland und Freiheit“ gegründet. Diese Organisation kämpfte in dem ersten Jahre noch friedlich für ein unabhängiges Baskenland, entwickelt sich aber ab dem Jahr 1968 zu einer Terrorgruppe. Durch zahlreiche Anschläge auf Bahnhöfe, Kaufhäuser oder Kasernen in ganz Spanien kamen laut „Tagesschau“ bis zum Juli 2009 mehr als 820 Menschen ums Leben. Durch ihre zahlreichen Anschläge verlor die Gruppe aber auch im Baskenland schnell an Unterstützung. Ab Beginn der 2000er Jahre wurde das System nach und nach aufgedeckt. Der letzte Anschlag ereignete sich 2010 und im Jahr 2018 gab die Gruppe ihre komplette Selbstauflösung bekannt.
Auch hier das große Glück ein paar Tage in Bilbao, einer Stadt im Baskenland verbringen zu dürfen. Ähnlich wie in Barcelona spaltet sich die Region mit ihrer eigenen Sprache auch hier, klar vom Rest Spaniens ab. Allerdings wirkt das Ganze viel offener und schon etwas versöhnlicher mit dem Rest Spaniens. Beispielsweise sind viele Dinge zweisprachig angeschrieben, was in Katalonien in der Häufigkeit nicht der Fall war.
Alles in allem sind die Aussichten auf Unabhängigkeit für beide Regionen nicht besonders groß. Trotzdem wird der Unabhängigkeitsgedanke wohl da wie dort nie ganz verloren gehen.

Ich hoffe ich konnte euch einen guten Überblick über Spaniens äußere und innere Konflikte geben. Anregungen oder Meinungen könnt ihr gerne wieder kommentieren und ansonsten freue ich mich schon, wenn ihr auch beim nächsten Mal, zum Start der Musikblogreihe mit dabei seid.
! ¡Hasta la proxima!
Quellen:
Warum Spaniens Rechtsaußenpartei (noch) nicht regiert, URL: https://www.telepolis.de/features/Warum-Spaniens-Rechtsaussenpartei-noch-nicht- regiert-10281456.html, Erika Jaraiz Guilas, Februar 2025, letzter Zugriff Mai 2
Spanien und Flüchtlinge „ Wir sind weniger anfällig für fremdenfeindliche Diskurse“, URL: Interview am Morgen: Spanien und Flüchtlinge - Politik - SZ.de , Barbara Galaktionow, August 2018, letzter Zugriff Mai 2025
Wie vor fast 400 Jahren der Grundstein für den Katalonien – Konflikt gelegt wurde, URL: Geschichte: Katalonien Konflikt einfach erklärt - [GEO], Antoni Estruch, Februar 2021, letzter Zugriff Mai 2025
Wer will was im Katalonien- Konflikt, URL: Wer will was im Katalonien-Konflikt? | tagesschau.de, Sebastian Kisters, Dezember 2017, letzter Zugriff Mai 2025
ETA- Terrorkampf für Unabhängigkeit ,URLHintergrund: Die ETA und das Baskenland | tagesschau.de , Juli 2009, letzter Zugriff Juli 2025





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