Von Geschichten, Instrumenten und der Jota
- tobias191107
- 30. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Jan.
Hola y bienvenidos zu meinem Spanien Reiseblog „ Bailes, fiestas und Schule“.
Heute geht es weiter mit den Musikeinträge. Nach der Folklore und der galizischen Musik im letzten Blog, geht es heute um die Jota, die klassischen spanischen Instrumente und um die vielseitige Musikgeschichte. Ich wünsche euch viel Spaß und disfrutad el blog!
Jota
Neben der Folklore gibt es in Nordspanien, vor allem in den Regionen Castilla y Leon und Aragon, noch eine weitere sehr bekannte Musikrichtung die „ Jota“. Die „Jota“ ist ein ziemlich improvisierter Musikstil, was bedeutet dass manchmal unübliche und sehr kreative Stücke entstehen können. Ein weiteres Merkmal sind kurze Verse, die manchmal Gedichten sehr ähneln. Meist variiert die Versform zwischen vier und sieben Versen, wobei ein Vers aus acht Silben besteht. Der Takt ist zumeist ein dreiviertel oder ein vierachtel Takt. Inhaltlich gesehen kann ein Stück so ziemlich alles behandeln,; vom Patriotismus, über Sagen und Religion bis hin zu Liebe und sexuellen Anspielungen. Wie auch bei den bereits genannten Musikarten, spielen auch hier Tänze eine wichtige Rolle. Meinem Eindruck nach ist der Jota Tanz sogar etwas bekannter als die reine Musik, doch dazu gibt es dann mehr in meinem Block zu Tänzen. Ihren Ursprung hat die Jota übrigens in Aragon, einer Region im Norden Spaniens. Sie gilt als eine Art der Folklore und ist heute in ganz Spanien verbreitet, wobei die aragonesische Jota weiterhin die berühmteste ist.
La historia
Als nächstes möchte ich noch kurz darauf eingehen warum es sehr schwierig oder eigentlich gar unmöglich ist, einen in ganz Spanien gängigen Musikstil zu finden. Der Grund dafür liegt in der langen und ereignisreichen Geschichte Spaniens. Bereits während der Zeit der Römer war Spanien unterteilt und während einige Regionen unter römischen Einfluss standen, lebten andere, wie zum Beispiel Galizien unter keltischem. Im Laufe des Mittelalters kamen durch die arabische Eroberung vor allem im Süden Einflüsse aus einer völlig neuen Kultur, die wesentlich zu einer Änderung beitrugen mit beispielsweise neuen Instrumenten und Melodien. Dem folgte die christliche Rückeroberung, die zu einer weiteren kulturellen Veränderung führte. In den letzten Jahren findet man durch die vielen Einwanderer aus Süd und Mittelamerika, auch immer mehr Teile dieser zumeist ehemaligen Kolonien in der heutigen Musik. Mir fiel bei einigen neueren Liedern auf, da hier der Rhythmus etwas mitreißender wirkte. Nicht vergessen darf man auch, dass viele der Liedtexte des 20 Jahrhunderts durch die lange Diktatur Francos massiv beeinflusst wurde. Alles in allem erklären diese verschiedensten Ereignisse, denke ich ganz gut warum Spanien so ein musikalischer Fleckenteppich ist.
Instrumentos
Nachdem ich jetzt schon sehr viel über den Inhalten, die Texte und Geschichte gesprochen habe möchte ich jetzt noch ein paar der wichtigsten Instrumente präsentieren. Wie auch bei der Musik sind auch die Instrumente von Region zu Region unterschiedlich.
In Galizien ist die Gaita, ein galizischer Dudelsack das bekannteste und wichtigste Instrument wie mir galizische Freundinnen versichert haben. Eine deutsche Dudelsackbauwebsite nennt den lauten und kräftigen Klang sowie das große Klangspektrum als die wichtigsten Eigenschaften. Diese würden die Gaita auch ideal für Freiluftmusik, wie bei Dorffesten oder anderen Anlässen machen. Der Dudelsack sei zudem sehr robust und würde häufig mit Kunstelfenbein oder Kunsthorn noch leicht verziert werden. Zudem hätte der Dudelsack eine gute Chromatik, was bedeutet dass eine Abänderung der sieben Grundtöne möglich ist. Der Dudelsackbau nennt vier Sackpfeifen und einen Samtüberzug als den typischsten Aufbau.
In Nordspanien ist neben den klassischen Instrumenten wie Flöte und Gitarre vor allem die Dulzaina das Aushängeschild der Region. Dieses ist ein Holzblassinstrument das zur Familie der Oboen zählt. Ähnlich wie die Gaita habe, laut einer Magazinwebsite, auch sie einen lauten und intensiv Klang. Meist würde sie im Zusammenspiel mit Trommeln verwendet und gelte als eines wichtigsten Instrumente in der nordspanischen Folklore Musik. Die Dulzaina sei zudem grundsätzlich in ganz Spanien vertreten, allerdings variiert der Name von Region zu Region.
Ein letztes Instrument das ich noch gerne nennen würde sind Kastagnetten. Diese sind, im Gegensatz zum Rest kein Instrument das von den Musiker*innen sondern von den Tänzer*innen gespielt wird. Diese halten die kleinen, mit Schnur aneinandergebundenen Holzstückchen in den Händen und spielen damit während einigen Stücken, während des Tanzens selbst mit.
Ich hoffe euch hat der heutige Eintrag gefallen und ihr freut euch schon auf den letzten Teil der Musikreihe sobre „ fiestas y la cultura juvenil“. Bei Anregungen oder Fragen könnt ihr wie immer einen Kommentar hinterlassen.
Hasta la proxima!
Quellen
Tanz und Musik in Spanien, URL: Tanz und Musik in Spanien:, 2012, letzter Zugriff Mai 2025
Traditionelle spanische Musik – Ein kulturelles Erbe zum Zuhören, URL:➡️ Traditionelle spanische Musik » Ein kulturelles Erbe zum Zuhören, August 2024, letzter Zugriff Mai 2025
Gaita Gallega,URL: Gaita Gallega - Dudelsackbau.de, Jürgen Ross, letzter Zugriff Mai 2025
Jota, URL: Jota | Flamenco, Castilian, Aragonese | Britannica, The Editors of Encyclopaedia Britannica Article history, Oktober 2025, letzter Zugriff November 2025
Dichterin der Saudade und der Emigration, URL: Dichterin der Saudade und der Emigration / Poet of Saudade and Emigration – LiteraturPlanet, rotherbaron, Januar 2023,letzter Zugriff August 2025
The Dulzaina, Spain's Cherished Traditional Reed Instrument,URL:The Dulzaina, Spain’s Cherished Traditional Reed Instrument | World Music Central, Angel Romero, Juni 2025, letzter Zugriff August 2025






Kommentare